Schneefrei.

Der Wecker klingelt und ich schlage die Augen auf. Ich lese auf der Anzeige 5:30. Vor ca. 3 Stunden saß ich noch an meinem Kunstprojekt. Ich setze mich auf die Bettkante und ziehe mich an. Im Stehen ist morgens nicht dran zu denken. Dann klingelt mein Handy. J.: "Bleib im Bett, die Schule fällt aus." Und trotzdem mache ich mich fertig. Zähne putzen. Schminke ins Gesicht. Dann schnappe ich meine Tasche und gehe in die Küche. "Mama, Schule fällt aus." Sie glaubt mir nicht. Schweigend sitzen wir am Tisch und warten auf die Verkehrsneuigkeiten im Radio. Eine Stimme sagt: " Im Kreis H. fällt am 10.12.2010 der Unterricht in allen allgemeinen und berufsbildenden Schulen aufgrund der Witterungsverhältnisse aus." Aha. Da glaubt sie es doch. Ich nehm meine Sachen wieder mit, lege mich auf's Sofa, schalte den Fernseher an und versuche noch ein wenig zu schlafen.

Dann kommt mir in den Sinn, dass heute Abend Weihnachtsfeier von den Musicalleuten ist und ich eingeladen bin. Essen, Wichteln und Singen hieß es. Ich wäre gern hingegangen, aber mein Kopf lässt mich nicht. Geh dem Essen aus dem Weg. Geh dem Essen aus dem Weg. Tu es einfach. Ich stelle es nicht infrage, denke mir eine Ausrede aus und sage ab. Ich müsse auf den Hund aufpassen, weil meine Eltern weg sind. Gott, mir sind auch schon bessere Dinge eingefallen.

Ich schäme mich.

1 Kommentar 10.12.10 14:37, kommentieren

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Kreative Kinderader.

Wenig Schlaf. In die Schule gestartet. Unterricht gemacht. Bio-Klausur zurückbekommen. 9Punkte. Yes. Nach Hause. Mit Augenringen gefühlt bis zum Kinn. Aber was solls.:D

Ein bisschen ausgeruht, Hausaufgaben gemacht, mit dem Hund gegangen, kurz bei meinem Onkel gewesen. Und achja, umgekippt. Nicht schön. Aber irgendwie wurde meine kreative Ader ein bisschen geweckt, ich habe nämlich eine Kinder-Gute-Nachtgeschichte erzählt. Lacht mich bitte nicht aus.

Hier ist sie:

Es war einmal eine Schildkrötenmami mit ihren Schildkrötenbabys.
Heute war der erste Tag, an dem die Schildkrötenkinder in den Kindergarten gehen sollten und alle freuten sich riesig. Halt. Nein, ein Kind freute sich nicht. Es weinte fürchterlich, denn es wollte nicht ohne seine Mama gehen. Die Mama brachte die Kinder zum Kindergarten und alle fingen sofort an zu spielen. Nur die kleinste, die die ihre Mama so liebte, hielt sich mit aller Kraft an ihrem Panzer fest. Sie weinte und schrie und hatte einfach so große Angst, dass ihre Mami nicht wiederkommen könnte.
Auch die Schildkrötenkindergärtnerin konnte die kleine nicht überzeugen, wie schön der Kindergarten ist.
Mama Schildkröte war etwas verärgert, hatte sie doch alle Kinder gefragt, ob sie in den Kindergarten wollten, bevor sie sie angemeldet hat. Aber weil die kleine so bitterlich weinte, schlug die Mama ihr vor, noch einen kleines Spazierschwimmen zu machen. Sie machte der kleinen Schildkröte Mut, erzählte ihr, wie viele liebe Kinder im Kindergarten auf sie warten würden, wieviel Spaß sie haben wird und dass sie vermutlich gar nicht wieder nach Hause wollen würde, wenn Mama sie am Nachmittag abholt. Das glaubte die kleine nicht und so schlossen sie eine Wette ab. Wenn es der kleinen nicht gefällt, dann muss sie nie wieder in den Kindergarten, sondern darf jeden Tag mit ihrer Mama zusammen spielen und kochen. Und zwar Zuhause.
Also schwammen sie zurück und die Mama setze die kleine am Kindergarten ab und schwamm nach Hause. Die kleine rührte sich nicht vom Fleck, sie wartete. Minute um Minute. Stunde um Stunde. Manchmal sprachen sie andere Kinder an und wollten mit ihr spielen, aber die schildkröte wollte nur zu ihrer Mami. Sie fing an zu weinen und niemand konnte sie trösten, bis sie ihre Mama um die Ecke schwimmen sah. Da lachte sie laut und schwamm ihr entgegen.
Als ihre Mama fragte, ob es ihr wirklich nicht gefallen hatte, da sagte die Schildkröte zu ihrer Mama: "Mama, ich hab dich lieb, ich möchte dich niemals verlieren." Sie guckte sie mit großen Kullerkinderaugen an und die Mama weinte. Sie umarmte ihr Kind, schnappte alle anderen und schwamm mit ihnen nach Hause.
Heute gehen die Kinder immernoch in den Kindergarten außer die kleinste Schildkröte, die schwamm jeden Morgen mit der Mama zurück nach Hause, wenn sie die anderen abgesetzt hatten..
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann schwimmen sie noch heute.
so, das war sie.:D Ich finde ich war unheimlich kreativ.
Gute Nacht also, morgen kommt bestimmt wieder mehr..

1 Kommentar 6.12.10 22:35, kommentieren

Fiese Gedanken..

Meine Mutter liegt im Krankenhaus. Schon bald zwei Wochen. Am zweiten Tag habe ich sie besucht. Danach nichtmal angerufen. Sie war enttäuscht. Ja, wäre ich auch gewesen. Aber ich hab nichts zu sagen. Wie soll ich auf einmal anrufen und irgendwas erzählen, wenn sonst immer nur Geschrei vorherrscht? Wie? Sie hat sich bei meinem Vater beschwert, dann ahbe ich doch angerufen. Ich hätte am liebsten geweint. Ich hab sie mir zurückgewünscht. All die Tage. Aber das zählt nicht. Und ich weiß nichtmal, warum ich das getan habe. Sie war gestern nachmittags Zuhause und gleich startet wieder diese scheiß Streiterei. Nur Vorwürfe, alles was ich die Woche über im Haus gemacht habe ist überflüssig und vermutlich auch noch falsch. Ich hab mir nur gewünscht, dass sie wieder geht. Ich bin das mieseste Gör, was es gibt. Wie kann man seiner Mutter wünschen, dass sie wieder ins Krankenhaus geht? Nur egoistische Menschen machen sowas. Heute ist sie wieder im krankenhaus und sie durfte nicht nach Hause. Und jetzt tut es mir irgendwie leid. Nicht nur irgendwie, sondern es tut mir wirklich leid. So, als ob es meine Schuld wäre, dass sie jetzt wirklich noch da ist. Kranker Scheiß, echt..

2 Kommentare 5.12.10 20:24, kommentieren

Es tut mir leid.

Ich schäme mich wirklich dafür, dass ich Ewigkeiten nicht mehr gebloggt habe. Eigentlich hat meinen Mist eh keiner gelesen, aber trotzdem..

Ich war vor einiger Zeit nochmal im Krankenhaus. 43kg und fett. Und sie haben mich trotzdem dort hingeschleppt. Musste zunehmen und bin mit 47kg wieder entlassen worden. war ja auch nur ein normales Krankenhaus. Irgendwie total überflüssig. Jeden Tag starren dich die Leute mit ihren freshen Kitteln an, als wärest du von einer fremden Welt. Das einzige, was ich dazu sage ist: Fickt euch.

Mein Leben gehört nur mir. Ich esse, wann ich das möchte. Ich bestimme und niemand sonst. Und solange dieses fette Monster im Spiegel mich jeden Tag auslacht, muss ich eben mehr arbeiten.

Ich schreibe total den Scheiß. Vielleicht hätte ich es doch lieber lassen soll. Aber naja. Ist sowieso extremo egalo, was alle von mir denken.

 Liebe Grüße von mir, dem Fettkloß.

4.12.10 16:57, kommentieren

Die Hure.

Was ist das, wenn die Hure in deinem Kopf dir erst das Essen verbietet und dich dann zwingt, dich bis obern hin vollzustopfen?

Es lief so gut, die letzten Tage. Es war so schön, endlich mal wieder Hunger zu haben. Und heute haben sich dann Engelchen und teufelchen mal wieder so laut gestritten, dass ich es nicht mehr ausgehalten habe. Es ist verdammt schwer, wenn die eine stimme sagt "Iss, Kind, iss. Das tut dir gut." und wenn gleichzeitig die andere, viel schlimmere Stimme dir sagt, du darfst nicht essen, du bist das gar nicht wert. Und wenn du die stärkere Stimme missachtest, wenn du aufgibst, dann zwingt sie dich, dich so lange vollzustopfen, bis du fast platzt, um zu spüren, was für einen riesen fehler du da getan hast. Um dich zu quälen.
Ich weiß, was für eine Schande ich bin, wenn dann noch deine Mutter auf dich zu kommt und dir sagt, du würdest der ganzen Familie das Essen weg essen, dann ist es vorbei. Wirklich. Dabei versuche ich doch schon zu geben, was ich kann.

Mama, ich wünschte du würdest sehen, dass ich mich bemühe, dass ich vesuche, wieder dein kleines Mädchen zu sein. Dein Mädchen, was du vorzeigen kannst, auf das du stolz sein kannst. Aber ich wünschte auch, jemand könnte sehen, dass es mir nicht gut geht.

16 Kommentare 4.8.10 17:23, kommentieren

Offiziell.

Also es ist offiziell, ich bin ein dämliches Stück Scheiße. Ich kann gar nichts und mit meinen Noten werde ich vermutlich niemals einen Job bekommen.

Mein Onkel war gerade da und wir haben uns über Bewerbungen unterhalten. Er arbeitet ja im Vw-werk, wo ich auch hinsoll und er ist der einzige, der sich irgendwie annähernd mit mir beschäftigt. aber er hat mir gesagt, dass mein Zeugnis echt kein aushängeschild ist und damit mein zukünftiger Arbeitgeber denken wird, ich sei ein unbegabter Penner, der keinen Satz Englisch, geschweige denn Deutsch beherrscht. Jau. Beste Vorraussetzungen.

Der Hunger, der mich die letzten Tage zu Fressanfällen verleitet hat, ist mir gerade gehörig vergangen. Scheiße nur, dass meine Oma heute Geburtstag feiert und ich essen muss.

Ich habe keine Lust mehr. Ich möchte einfach nur noch hier raus. Ganz weit weg am besten oder gänzlich verschwinden. Ich würde jetzt gern weinen, aber es kommen keine Tränen. Wie so oft.

 

 

5 Kommentare 23.7.10 11:46, kommentieren

"Man muss die Leute immer mit Ignoranz bestrafen."

Getsern waren wir auf dem 50. Geburtstag meiner Tante. Mein Bruder und ich haben uns über die Spaßbremsen aus den Dörfern unterhalten, die immer die Bullen rufen, wenn nachts laute Musik im Dorf läuft. Und genau da hat er diesen Satz gesagt. "Man muss die Leute immer mit Ignoranz bestrafen." Und ich weiß, dass Ignoranz die härteste Strafe ist, die man einem Menschen antuen kann.

Heute wurde ich selbst wieder damit bestraft.

1 Kommentar 18.7.10 21:52, kommentieren